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Letzter Hilton Talk

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Hilton Talk: Die Münchner Gesprächsrunde und Netzwerkveranstaltung für Führungskräfte und Kommunikationsprofis aus Wirtschaft, Politik und Medien

_thema: Europa vor dem Crash – Kommt die Währungsreform?

Hat der Euro ausgedient? Die Mitgliedsstaaten der EU haben einen ewaltigen Schuldenberg aufgetürmt. Die Börsen fahren Achterbahn. Länder wie Griechenland und Portugal stehen vor dem Staatsbankrott. Italien und Spanien könnten nach Ansicht vieler Experten folgen. Um das finale Finanz-Fiasko zu verhindern, setzen die klammen Krisenländer auf drakonische Sparmaßnahmen. Doch diese führen vielerorts zu sozialen Unruhen. In Griechenland liefern sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei und auch England wurde von blutigen Krawallen heimgesucht. Selbst in Berlin fackeln Brandstifter immer häufiger teure Autos ab – Experten warnen bereits vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der Bundesrepublik. Wie nun aber muss Europa auf das Schuldendilemma reagieren? Wie sollte sich Ottonormalverbraucher“ auf mögliche Krisenszenarien vorbereiten? Sind die Tage des Euro tatsächlich gezählt? Oder sind die Warnungen der Kritiker letzten Endes als Panikmache einzustufen? Derartige Fragen stehen im Fokus des Hilton Talk, der das Für und Wider der europäischen Gemeinschaftswährung beleuchten wird.




Michael Grandt
Wirtschafts- und Finanzjournalist, Buch- und Drehbuchautor


Für Michael Grandt steht fest, dass der Euro-Crash kurz bevorsteht: Fünf bis zehn Jahre gibt er der europäischen Gemeinschaftswährung noch, danach sei sie Geschichte. Die Rückkehr zur D-Mark würde die deutsche Wirtschaft zwar hart treffen, sei einer jahrzehntelangen Milliarden-Subvention schwächelnder EU-Staaten aber vorzuziehen. Sollte die Bundesrepublik bei ihrem derzeitigen Kurs bleiben und weiterhin als „Zahlmeister“ der Krisenstaaten einspringen, drohe ihr selbst der Bankrott, erklärt Grandt. Lebensversicherungen und Ersparnisse wären in Gefahr, Renten und Arbeitslosengeld müssten drastisch gekürzt werden. Der einzelne Bürger sollte sich nach Auffassung des Gesellschaftskritikers in jedem Fall auf die Krise vorbereiten, seine Arbeitsfähigkeit erhalten und in die eigene Bildung investieren. Denn in Zukunft, so der Bestseller-Autor, werden nur noch qualifizierte Menschen einen Arbeitsplatz finden – auch wenn die Politik mit
anderen Prognosen zu beruhigen versuche.




Prof. Dr. Gerhard Illing
Professor für Makroökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität München


Falls sich Deutschland vom Euro verabschieden würde, wäre dies für die Bundesrepublik „extrem kostspielig“, erklärte Illing vor kurzem in einem ARD-Interview. Die Abkehr von der Gemeinschaftswährung hätte zudem eine unkalkulierbare politische Instabilität zur Folge. Zugleich macht der Münchner Wirtschaftswissenschaftler aber auch deutlich, dass sich in Europa einiges ändern müsse, wenn die Staatschefs am Euro festhalten wollen. Illing fordert in diesem Kontext vor allem eine grundlegende Reform der europäischen Regierungsstruktur nach US-amerikanischem Vorbild. Wie die Vereinigten Staaten von Amerika müssten auch die Mitgliedsländer der Europäischen Union einer zentralen politischen Instanz folgen. Nur auf diese Art und Weise könnten sich einheitliche Regeln für alle Staaten durchsetzen. Bislang indes sei die Europäische Zentralbank die einzige Institution, die in der Schuldenkrise handlungsfähig ist, so Illing.




Gottfried Urban
Diplom-Bankbetriebswirt und unabhängiger Vermögensverwalter


Der Vorstand des unabhängigen Vermögensverwalters Neue Vermögen AG aus Traunstein glaubt nicht an den Untergang des Euro und hält eine globale Rezession für äußerst unwahrscheinlich. Der Bundesrepublik prognostiziert Urban eine Normalisierung des Wachstumstempos auf Vorkrisenniveau. Dennoch nimmt der Portfolio-Spezialist die Sorgen seiner Mandanten ernst: Gegen die Angst vor dem Euro-Crash helfe vor allem „das Gebot der Diversifikation“. Das heißt: Investoren sollten ihr Vermögen in den gegenwärtig unruhigen Zeiten auf unterschiedliche Anlageklassen verteilen. Neben wenig konjunktursensiblen Aktien und indirekten Immobilien-Investments gehöre auch die Ersatzwährung Gold ins Depot – genauso wie kurzlaufende Zinsanlagen in Euro. Den Investoren rät Urban letztlich, bloß nicht in Panik zu verfallen. Schließlich sei Angst ein denkbar schlechter Ratgeber. Die Neue Vermögen AG gehört mit einem verwalteten Vermögen von rund einer Mrd. Euro zu den führenden bankenunabhängigen Vermögensverwaltern in Deutschland.

_moderation

Michael Märzheuser, Geschäftsführender Gesellschafter MärzheuserGutzy Kommunikationsberatung GmbH

_impressionen



„Unser Wohlfahrtsstaat wird bald Geschichte sein.“

Michael Grandt
Wirtschaftsjournalist und Buchautor




„Die Einführung des Euro war die richtige Entscheidung.“

Gottfried Urban
Diplom-Bankbetriebswirt und unabhängiger Vermögensverwalter




„Wir brauchen eine stärkere und effizientere Regierungsstruktur für Europa.“

Prof. Dr. Gerhard Illing
Professor für Makroökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität München




„Die ökonomische Stabilität der Welt steht auf dem Spiel.“

Michael Märzheuser
Gastgeber und Moderator des Hilton Talk




Die Gastgeber und ihre Gäste:
Michael Märzheuser (links) und Hilton-Manager Christoph Glaser (rechts) nehmen die Euro-Experten in ihre Mitte.


Hilton-Talk-Moderator Michael Märzheuser (rechts) und Unternehmensberater Günter Nehler (Mitte) im Gespräch mit Thomas Meyer, Vorstand der Wertgrund Immobilien AG




Der Künstler und sein Modell: Harry Flosser porträtiert Michael Grandt




Zum letzten Mal im gewohnten Ambiente: 2012 wird der Hilton Talk in neuen Räumlichkeiten über die Bühne gehen.




Erfrischende Getränke, erfrischende Gespräche: Der Hilton Talk


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