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Pressemitteilung 2 / 2003

dpa-Tochter news aktuell veröffentlicht erste Repräsentativstudie zur Ad-hoc-Publizitätspraxis an den Finanzplätzen Deutschland und Österreich:

Ad-hoc-Publizität hat Sonderrolle bei der Offenlegung kursrelevanter Sachverhalte nicht eingebüßt

  • Zahl der verbreiteten Pflichtmitteilungen bereits zum zweiten Mal in Folge rückläufig
  • Investmentprofis stellen Emittenten überwiegend gute Noten für die Meldepraxis aus
  • Verbesserungen bei der Nachbereitung von Ad-hoc-Mitteilungen angemahnt

Hamburg/München, 12. Mai 2003 - Die Ad-hoc-Publizität hat ihre Sonderrolle bei der Offenlegung kursrelevanter Tatsachen am Finanzmarkt nicht eingebüßt, so das Fazit der "Benchmark-Studie Ad-hoc-Publizität 2003", die heute in Hamburg veröffentlicht wurde. Die Repräsentativstudie zeichnet ein umfassendes Bild der Ad-hoc-Publizitätspraxis an den Finanzplätzen Deutschland und Österreich. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung von euro adhoc, dem Ad-hoc-Publizitätsservice der dpa-Tochter news aktuell. Mit der wissenschaftlichen Planung und Durchführung der Studie wurde die unabhängige Münchener Kommunikationsberatung MÄRZHEUSER|GUTZY beauftragt.

Der Anstieg der viel zitierten "Meldeflut" scheint zum Stillstand gekommen zu sein. Bereits zum zweiten Mal in Folge ist das Meldeaufkommen zurückgegangen. Nach bislang noch unveröffentlichten Zahlen gingen im vergangenen Jahr insgesamt 4.491 Ad-hoc-Veröffentlichungen bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) ein. Im Durchschnitt hat jedes in die Studie einbezogene deutsche Unternehmen der Studie 4,7 Pflichtmitteilungen verbreiten lassen. Doch die Bilanz darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Meldeaufkommen die Financial Community nach wie vor vor erhebliche Herausforderungen stellt. Immerhin ein Viertel der befragten Investmentprofis erhält von den Unternehmen der eigenen Beobachtungsliste mehr als 20 kapitalmarktrelevante Ad-hoc- und Pressemitteilungen pro Woche. Knapp zwei Drittel der Befragten stehen weniger als 30 Minuten für die Analyse und Bewertung einer Ad-hoc-Mitteilung zur Verfügung.

Trotz des wiederholt zu Tage getretenen Missbrauchs der Ad-hoc-Publizität hat diese ihre Sonderrolle bei der Offenlegung kursbeeinflussender Sachverhalte offenbar nicht eingebüßt. Zwei Drittel der befragten Financial Professionals messen Ad-hoc-Mitteilungen eine "hohe" bis "sehr hohe" Bedeutung bei ihren Anlageempfehlungen bzw. -entscheidungen bei. Allerdings stellt bereits jeder dritte Investmentprofi die Sonderrolle der Ad-hoc-Publizität in Frage.

Überwiegend Gute Noten für Meldepraxis - Schlechte Zensuren für Nachbereitung

Insgesamt zeigt sich die Financial Community mit der Meldepraxis "zufrieden", wenn auch nicht begeistert. Rund zwei Drittel der befragten Investmentprofis zeigten sich "zufrieden", ein Drittel der Befragten sieht Verbesserungsbedarf. Schlechte Noten vergaben die Financial Professionals für die Bereitstellung von Hintergrundinformationen. Hier zeigte sich fast jeder zweite Befragte unzufrieden mit der Informationspolitik der Unternehmen. Für Kritik sorgt auch die schlechte Erreichbarkeit des Top-Managements an Tagen, an denen eine Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht wird. Auch hier zeigte sich die Hälfte der befragten Financial Professionals unzufrieden.

Umsetzung der Ad-hoc-Publizität nur bei jedem zweiten Unternehmen Chefsache

Überraschend großzügig wird die Umsetzung der gesetzlichen Informationspflichten von den Emittenten gehandhabt. Nur bei jedem zweiten Unternehmen ist zumindest ein Vorstand direkt in die Erfüllung der Ad-hoc-Publizitätspflicht eingebunden. Bestenfalls jedes zehnte Unternehmen verfügt über einen Ad-hoc-Publizitätsausschuss. Nicht einmal jedes fünfte Unternehmen hat den Umgang mit kursbeeinflussenden Informationen oder mit Anfragen von Finanzanalysten und Journalisten im Vorfeld von kursrelevanten Ereignissen schriftlich verbindlich geregelt.

Mit der wissenschaftlichen Planung und der Durchführung der Studie wurde die unabhängige Münchener Kommunikationsberatung MÄRZHEUSER|GUTZY beauftragt. Die Erhebungsdaten wurden durch eine strukturierte Inhaltsanalyse der im Kalenderjahr 2002 veröffentlichten Ad-hoc-Mitteilungen, durch eine Analyse des Internetauftritts der Unternehmen sowie durch eine standardisierte Online-Befragung gewonnen. Zur Teilnahme an der Online-Befragung waren die deutschen Unternehmen des Prime Standards der Frankfurter Wertpapierbörse, die den neu geschaffenen bzw. neu strukturierten Aktienindizes Dax, MDax, TecDax und SDax angehören, die österreichischen Unternehmen des Prime Markets der Wiener Börse sowie 115 Finanzinstitutionen und 150 private Vermögensverwalter aus Deutschland und Österreich eingeladen. Um Anhaltspunkte für eine Verbesserung der Informationspolitik der Unternehmen zu gewinnen, wurden die Teilnehmer der Studie in zwei Gruppen - Emittenten und Financial Professionals - unterteilt. Die Beteilungsquote lag in beiden Untersuchungsgruppen bei rund 30 Prozent.

Zu beziehen ist die "Benchmark-Studie Ad-hoc-Publizität 2003" (54 Seiten, 64 Tabellen und Abbildungen) ab sofort über news aktuell zum Preis von 120,00 EUR zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer (Pdf-Dokument). Bestellungen bitte an: info@newsaktuell.de.

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