Teure Tippfehler
Vor „Typosquatting“ ist niemand gefeit: In Windeseile tippen die Finger eine Internetadresse ein, gedankenlos drücken sie die Eingabetaste – und landen mitunter auf dubiosen Seiten, wenn sie beim Eintippen einen Fehler gemacht haben. Im schlimmsten Fall fangen sich Surfer so einen Virus ein.
Wie eine weltweite Studie des IT-Sicherheitsspezialisten McAfee zeigt: Wer sich bei der Eingabe einer bekannten Webadresse vertippt, gerät mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu vierzehn auf die Seite eines Trittbrettfahrers - in Deutschland liegt die Quote bei 3,8 Prozent. Das Besetzen falsch getippter prominenter Internetadressen nennt sich Typosquatting. Die Ziele des Missbrauchs sind vielfältig: Relativ gimpflich davon kommen Surfer, wenn Websitebetreiber auf Seiten mit ähnlichen, bekannten Domainnamen locken, um so Traffic zu generieren. Mit hohen Klickraten lässt sich durch Werbebanner Geld verdienen. Schlimmer ist es für Online-Shops, die Kunden durch die falsche Eingabe der Internetadresse auf Konkurrenzseiten, deren Domains auf ähnlich klingende Name wie die bekannter Firmen lauten, landen. Kunden geraten hier eventuell schnell an gefälschte Produktnamen.
Vorsicht ist dann geboten, wenn Typosquatter versuchen, der Surfer zum Anklicken von Werbung zu verühren, ihn zu betrügen oder zumindest die E-Mail-Anschrift zu entlocken. Am gefährlichsten sind so genannte Drive-By-Downloads, die beispielsweise ein trojanisches Pferd auf dem Rechner installieren. Ähnlich klingende Domains wie bekannte Banken sind auch gefährlich, wo durch Phishing sensible Daten versucht wird, auszuspähen. Angemessenen Schutz verspricht hier nur ein regelmäßiges Viren-Update. Große Internetsite-Betreiber wie Google registrieren sich deshalb viele (potentielle) Tippfehler-Seiten selbst.
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