Mittelständler setzen auf PR
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist für jedes zweite Unternehmen wichtiger als Werbung. Das hat eine Studie des Lehrstuhls für Marketing der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ergeben, die 100 deutsche mittelständische Unternehmen nach ihrer Einschätzung traditioneller Kommunikationsinstrumente befragte.
Die Unternehmen (bis 1.000 Mitarbeiter) beurteilten die Wirkung von Public Relations in punkto Glaubwürdigkeit, Wichtigkeit und Nutzungshäufigkeit überwiegend positiv, während Marketing-Maßnahmen wie Verkaufsförderung, Direktmarketing, Sponsoring und klassische Werbung deutlich schlechter abschnitten. Um ihre Zielgruppen anzusprechen, nutzen mittelständische Unternehmen in der Regel das Internet (90 Prozent) und Fachzeitschriften (84 Prozent); nur 60 Prozent der Geschäftsführer hielten Tageszeitungen als geeignetes Medium für die Zielgruppenansprache. Lediglich fünf Prozent der befragten Unternehmen gaben an, gar keine Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.
Dass viele Unternehmen in Zeiten der Wirtschaftskrise den Rotstift bei der Unternehmenskommunikation ansetzen, ist unklug: Das Informationsbedürfnis von Mitarbeitern, Medien, Kunden, Partnern und Analysten ist gerade in wirtschaftlich unsicheren Phasen groß. Unternehmen sollten daher vielmehr Kontakt zur Öffentlichkeit und den Zielgruppen suchen und mit Hilfe kommunikativer Maßnahmen Vertrauen und Glaubwürdigkeit schaffen, heißt es in der Studie weiter. Vorrangiges Ziel von Öffentlichkeit ist es, langfristig ein positives Image des Unternehmens zu schaffen und Sympathien zu gewinnen; Werbung dagegen will in erster Linie Kaufanreize schaffen und zielt auf eine kurzfristige Absatzsteigerung ab.
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