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„Wir werden im Chaos enden, wenn wir so weiter machen wie bisher“ Gespräch mit Jürgen Hermann, Elektroningenieur, Unternehmer, Erfinder und Technologieinvestor In Liechtenstein verlor Jürgen Hermann ein Vermögen. Nun benötigt er ein Neues, um das Energieproblem der Menschheit zu lösen. Möglicherweise hilft ihm dabei eine Klage. Wir sprachen mit Hermann über Peitschen, außergewöhnliche Kapitalanlagen und das Thema Wasserstoff.
MEDIEN-MONITOR: Sie haben das Fürstentum Liechtenstein auf 200 Millionen Schweizer Franken verklagt. Wie kam es zu dieser Amtshaftungsklage? Jürgen Hermann: Ich kam nach 20 Jahren als Entwickler in den USA zurück in mein Geburtsland und sah, wie in Liechtenstein sehr viel Geld mit Fonds verdient werden kann. Die Fonds werden dort nur mit 0,2 Prozent besteuert. Ich öffnete mein Investment aus den USA also dem Publikum. Natürlich wusste ich, dass ich durch die Nähe zur Technologie einen Informationsvorsprung hatte. Schließlich bin ich im Silicon Valley ein Teil der Szene gewesen. Ich dachte, es würde meine Landsleute erfreuen, wenn ich ihnen ein Vorzeige-Produkt präsentiere – ein Produkt, das nicht auf den Steuer-Betrug angewiesen ist. Aber da habe ich mich schwer getäuscht. Ich wusste nicht, wohin sich Liechtenstein in den letzten 20 Jahren entwickelt hatte. Der Fonds war zunächst ein Performance-Generator. Wir hatten nach der Krise zwischen Oktober 2002 und Januar 2004 184 Prozent Performance generiert. Wir waren weltweit also einer der besten Aktienfonds. Dabei haben wir nicht spekuliert, sondern zielbewusst, unternehmerisch und langfristig in kleinere Firmen investiert. Damit hatten wir riesigen Erfolg. Aber das kam nicht an. Im Gegenteil: Unglaublicher Neid prallte mir entgegen. Von Anfang an hatte ich als Quereinsteiger das Problem, eine Konzession zu bekommen. Mir wurden alle nur erdenklichen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Ich musste aber von niemandem einen Kredit aufnehmen, brauchte keine Bank und habe alles aus der Tasche finanziert. Schlussendlich wurde mir dann ein Monitoring angehängt, ein unrechtmäßiges Monitoring, wie sich herausstellte… MEDIEN-MONITOR: ...eine Beobachtung der Finanzdienstaufsicht. Jürgen Hermann: Können Sie sich vorstellen, was das bedeutet? Das ist das Ende! Die Begründung lautete, meine Werbung entspreche nicht den Gepflogenheiten des Finanzplatzes. Ich schade dem Ruf des Landes! Ich wollte mir das nicht bieten lassen und habe Beschwerde gegen das Amt eingereicht. Die Regierung hat natürlich die Beamten gestützt. Im Verwaltungsgerichtshof sind wir aber durchgedrungen. Nach zwei Jahren Kampf und horrenden Kosten haben wir Recht bekommen. Es gab ein vernichtendes Urteil. Das Monitoring war rechtswidrig, Gesetzesbruch. Nicht einmal die rudimentärsten Sachverhaltsdarstellungen seien gewährleistet gewesen, um ein Monitoring zu verfügen. Das kann man im Urteil alles nachlesen. Doch das Urteil kam zu spät. Denn meine Gegner haben noch ein weiteres Vergehen begangen, nämlich Amtsgeheimnisbruch. Sie haben meinen Großinvestoren mitgeteilt, dass ich unter Monitoring stünde und sie sich in Acht nehmen sollten. Ich war also auf der Abschussrampe. Die Spatzen pfiffen von den Dächern, was ich für ein unmöglicher Fondsmanager sei. Und so brach der Fonds zusammen – unter Mithilfe der Depotbank, die meinen Weisungen nicht Folge leistete. MEDIEN-MONITOR: Gegen die Sie auch noch klagen… Jürgen Hermann: Ich führe eine Klage gegen das Land in Höhe von 200 Millionen und gegen die Bank Frick, unsere Depotbank, in Höhe von 33 Millionen Franken. Sie hat sich an mir bereichert. Als ich im Sommer 2004 in den USA war, sind die Verwaltungsräte von einem Tag auf den anderen aus der Firma ausgetreten. So schlitterte sie der Depotbank in die Hände. Diese zahlte die Anleger eigenmächtig aus. Ich wurde quasi enteignet. Als mir alles kaputt gemacht worden war, habe ich mir gesagt, nun soll die Firma in Konkurs gehen. Da schmeisse ich keinen Franken mehr hinterher. Das war eine Vendetta dieser Liechtensteinischen Finanzmafia mit der sich auch Herr Steinbrück anlegt. Diesem Land muss man nicht nur die Daumenschrauben anlegen und mit der Peitsche und der Kavallerie kommen. Da würde ich noch ganz andere Maßnahmen ergreifen! MEDIEN-MONITOR: Folterkammer? Jürgen Hermann: Also ich würde Steinbrück raten, den Liechtensteiner Banken-Niederlassungen in Berlin, Frankfurt und München die Konzession zu entziehen, denn das sind nichts anderes als Schwarzgeldsammelstellen. Dieses Geld geht alles am Fiskus vorbei. Und dann investieren sie es wieder in Frankfurt, London und Paris. Zudem würde ich den Liechtensteiner Finanzintermediären eine Sicherheitssteuer auferlegen. Wir müssen ja davon ausgehen, dass das deutsche Gelder sind, die am Fiskus vorbei geschleust werden und dann wieder in Deutschland investiert werden. Allen eine 30-Prozent-Steuer und dann werden die spuren! Wo wollen sie sonst hin, mit den 100 Milliarden Franken, die sie bunkern. Das ist alles schwarzes Geld. MEDIEN-MONITOR: Ihr Prozess kostet vermutlich Unmengen an Geld? Jürgen Hermann: Ja, das ist gewaltig. Die Gerichtsminute in der 200 Millionen-Klage kostet 2.000 Franken, ein Schriftsatz 90.000 bis 100.000 Franken. Und wir haben schon drei Ordner gefüllt. Die Klage hat mich bisher 1,5 Millionen gekostet. Sie wird beide Parteien sechs bis sieben Millionen kosten – je nachdem, wie lange es dauert, bis sie zur Vernunft kommen und vielleicht doch noch einen Vergleich anbieten. Ich lass mir das jedenfalls nicht gefallen. Die haben mir ein höheres zweistelliges Millionenvermögen vernichtet. Zudem hatte ich einen Verdienstausfall in Höhe eines dreistelligen Millionenvermögens. Also die 200-Millionen-Klage ist geradezu gnädig. Und jene gegen die Bank Frick sowieso. MEDIEN-MONITOR: Bei den hohen Prozesskosten haben Sie eine besondere Idee gehabt... Jürgen Hermann: Ich offeriere ein Angebot namens Prozesserfolgsbeteiligung. Das heißt: Ich verkaufe 50 Millionen des potenziellen Prozesserfolgs für zehn Millionen zu Anteilen von 1.000 Franken. Wenn sie sich also beteiligen wollen, ich stehe da mit Haut und Haar dahinter. Und sie können mir glauben, das Fürstentum hat sich den schlimmsten Gegner ausgesucht, den es sich nur vorstellen kann. MEDIEN-MONITOR: Und Sie glauben Sie haben Herrn Steinbrück an Ihrer Seite? Jürgen Hermann: Ich hoffe, er meldet sich noch. Er könnte ja zehn Millionen investieren. Oder auch die Bayerische Landesbank. Die hat ja auch sehr viel Geld verloren. Vielleicht will sie sich etwas zurückholen. Das ist eine gute Kapitalanlage in dieser unsicheren Zeit. MEDIEN-MONITOR: Für 1.000 Euro bekäme man 5.000 Euro zurück… Jürgen Hermann: Genau. Bei 100-prozentigem Obsiegen bekommen sie 5.000 Euro zurück. Das ist eine fantastische Rendite. Steinbrück bekäme 50 Millionen zurück wenn er 10 Millionen investiert, plus einen Verbündeten im Kampf gegen diese Mafia. Ich denke, der Prozess wird noch zwei, drei Jahre dauern. Dann ist Schluss. Wir haben bereits beim Obergericht alle unsere Klagepunkte bestätigt bekommen: Amtsgeheimnisverletzung, Willkür, Amtsmissbrauch, unrechtsmäßiges Monitoring. Jetzt müssen wir nur noch den kausalen Zusammenhang herstellen, dass dies die Ursache des Firmenniedergangs war. Bei der Bank Frick ist der Fall sowieso klar. Da geht es in Richtung Betrug. MEDIEN-MONITOR: Eine Sicherheit für das eingesetzte Kapital können Sie aber nicht geben, oder? Jürgen Hermann: Natürlich gibt es keine Garantie. Was ich als Sicherheit allen anbiete, die 2.000 bis 3.000 Euro investieren wollen: Die ersten zehn Millionen Prozessertrag gehen plus fünf Prozent Zinsen an die Anteilskäufer der Prozesserfolgsbeteiligung zurück. Der Rest wird dann 80 zu 20 geteilt. Mehr dazu und über meine Prozesse finden Sie auf www.200millionenklage.li MEDIEN-MONITOR: Für den Fall, dass Sie den Prozess gewinnen sollten, was würden Sie mit ihrem Geld machen? Jürgen Hermann: Ich habe noch ein Projekt. Das heißt Clean Watts. Nach dem Niedergang meiner Firma und diesen Wahnsinnsverlusten habe ich mir gesagt: So gehe ich nicht mehr zurück ins Silicon Valley und werde weder Chips noch Software designen. Ich werde mich jetzt um das kümmern, was auch meinen Kindern zugute kommt. MEDIEN-MONITOR: Stichwort Klimakollaps. Jürgen Hermann: Genau. Was wir momentan tun, ist komplett falsch. Wir leben in einem Irrenhaus, in einem totalen Wahn. Das was ich jetzt tue, tue ich für die Menschen, aber vor allem für meine drei Kinder. Sie sollen eine Zukunft haben. Wir werden im Chaos enden, wenn wir so weiter machen wie bisher. MEDIEN-MONITOR: Wie sieht Ihr Masterplan aus? Jürgen Hermann: Er basiert auf zwei Elementen: Wasser und Sonne. Darauf basiert alles Leben. Wir müssen das Wasser mittels Elektrolyse spalten. So erhält man Wasserstoff, den man in Drucktanks abfüllt. Den Wasserstoff setzen wir dann dazu ein, um unsere Motoren, Kraftwerke, Flugzeuge oder was auch immer sie wollen, anzutreiben. Wasserstoff verbrennt zu Wasser, nicht zu Kohlendioxid. Wir müssen zunächst aber den Strom erzeugen, um das Wasser zu spalten. Dazu zapfen wir die Sonne an. Das Lösungswort heißt in diesem Zusammenhang CIGS PV. CIGS steht für eine photovoltaische Dünnschicht aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen. Auf 2,5 Kilometer langen, 60 Zentimeter breiten Chromstahlfolien befinden sich hauchdünne CIGS Solarzellen. Rollt man sie in sonnigen Gegenden aus und schließt sie an, lässt sich sehr günstiger Strom gewinnen, denn die Sonne scheint gratis und die Herstellung dieser Folien ist um ein Vielfaches günstiger, als die Herstellung heutiger Solarzellen. In fünf bis zehn Jahren können wir die Kilowattstunde für weniger als zwei Cent produzieren. Das Ende des Ölzeitalters wäre eingeleitet, das Risiko einer Klimakatastrophe gebannt und die Menschheit könnte wieder einer lebenswerten Zukunft entgegenblicken. Entwickelt wurde diese Technologie vor 30 Jahren von der Firma Siemens. Das müssen sie sich mal vorstellen! Die haben das aber irgendwann wieder eingestellt. Die Technologie ist also nicht patentiert. Ein Freund von mir, der Physiker Dr. John Tuttle, hat sie im National Renewable Energy Laboratory in Colorado 20 Jahre lang weiterentwickelt und hält den Weltrekord für Dünnfilmbeschichtung. Wir haben eine Firma gegründet und brauchen jetzt weiteres Geld, damit wir produzieren können. MEDIEN-MONITOR: Kann man sich die Produktion also so ähnlich vorstellen wie bei einem Zeitungsdruck? Jürgen Hermann: Ja, so ähnlich. Natürlich geht es langsamer voran, in Zentimetern pro Minute. Was heraus kommt ist aber eine Rolle, die photoelektrisch aktiv ist. Diese Rolle nehmen wir auf einen Bandwagen und rollen sie in Kaliforniens Wüsten aus. Ich habe in den USA sehr gute Kontakte. MEDIEN-MONITOR: Auch wie man hört in die Politik, unter anderem zu Arnold Schwarzenegger. Und der amerikanische Präsident Obama ist auch schon auf Ihre tollkühnen Ideen angesprochen worden… Jürgen Hermann: Ja, das waren ein paar Zufälle. Sie wissen von diesem Projekt. Aber im Moment befinden wir uns in der Finanzkrise und es hapert natürlich an Geld. Wir brauchen mehrere Hundert Millionen Dollar um unsere Produktionsmaschinen zu bauen. Jede ist 80 Meter lang und kostet 50 Millionen. Wir wollen zehn solcher Maschinen in Betrieb nehmen. Eine Maschine fährt über das Feld, schlägt Pfosten in die Erde und installiert Aluschienen. Mit einer weiteren wird die Folie eingezogen, gespannt und angeschlossen. Damit machen wir dann den billigen Strom. Mit dieser Technologie kann kein Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk konkurrieren. MEDIEN-MONITOR: Von welcher Leistung reden wir? Jürgen Hermann: Ein 1-Gigawatt-Atomkraftwerk kostet etwa 2,5 Milliarden Dollar. Ein Kohlekraftwerk mit guter Filteranlage zwei Milliarden, ein Ölkraftwerk 1,2 Milliarden, ein Gaskraftwerk ungefähr 800 Millionen. Wir hofieren die Russen und bauen Gaspipelines. Frau Merkel will zehn weitere Kohlekraftwerke bauen, auch die Atomlobby schmiedet Pläne. Das ist der totale Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass wir die Sonne anzapfen können und ein erstes 1GW Solarkraftwerk mit unseren CIGS Folien sich für weniger als 2,5 Milliarden Dollar bauen lässt. In ein paar Jahren bauen wir 1GW für weniger als 1 Milliarde und brauchen weder Öl, Gas, Kohle noch Uran. Mit unserem billigen Strom können wir in Kalifornien an jeder Tankstelle Wasser elektrolysieren. Dann kann jedes Fahrzeug Wasserstoff tanken. MEDIEN-MONITOR: Jeder Otto-Motor? Jürgen Hermann: Jeder Otto- und Diesel-Motor! Die Wasserstofftankstelle hier in der Nähe stellt Wasserstoff her, indem sie Erdgas reformiert. Alles nur Show, grüne Fassade und nichts dahinter. Es wäre gescheiter, dies nicht zu tun, weil so zusätzliches CO2 produziert wird. Die Elektrolyse funktioniert demgegenüber nach einem ganz einfachen Prinzip. Elektrischer Strom spaltet Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Und es geht ja noch weiter: Wir brauchen den Wasserstoff gar nicht transportieren. Wir können ihn direkt an der Tankstelle produzieren, komprimieren und tanken. Zudem ist der Wasserstoff ein Speichermedium für den elektrischen Strom. Wir haben vier Prozent Windkraft in Deutschland. Diese Kraftwerke werden in der Nacht abgeschaltet, weil es dann keinen Verbraucher gibt. In Kalifornien ist es noch schlimmer. Wir könnten die Windkraft aber laufen lassen, um in der Nacht Wasserstoff zu produzieren. Es ist ein Wahnsinn, wie sehr die Energielobby hier blockt und bremst. MEDIEN-MONITOR: Das Revolutionäre an Ihren Plänen ist wohl, dass Sie die über Photovoltaik gewonnene Energie zur Wasserstoffproduktion an jeder Tankstelle einsetzen wollen. Damit könnte man das Ende des Klimakollapses einläuten. Jürgen Hermann: Ja genau, der Wasserstoff wird die Plattform von „Clean Energy“. Die größte Energiequelle ist aber die Sonne. Wir haben irrsinnig viel Platz auf der Erde, der ganze Südwesten der USA oder die Sahara. Man kann schon heute ein Kilo Wasserstoff für weniger als einen Dollar produzieren. Der Energiegehalt von einem Kilo Wasserstoff entspricht etwa dem von vier Litern Benzin. Das wird aber nirgends gesagt. Meine Partner sind nicht in der Industrie zu finden, auch nicht in der Politik. Meine Partner sind Unternehmer, die eine soziale Verantwortung tragen wollen, auch gegenüber ihren Kindern und in der Lage sind, 100 Millionen Dollar auf den Tisch zu legen. Ich stehe momentan in Verhandlung mit einem Multimilliardär, einem der reichsten Europäer. Vielleicht wird es durch ihn möglich, unser Projekt jetzt zu starten. Mehr dazu gibt’s auf www.hermannfinance.com MEDIEN-MONITOR: Herr Hermann, vielen Dank für das Gespräch. Das Gespräch führte Michael Märzheuser beim Hilton Talk am 13. Mai 2009 in München. |


